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Guten Abend, heute ist der 23. 10. 2019
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Der Förderkreis »Eben-Ezer« in Essen

Eine Brücke zu den messianischen Juden in Israel
Das Eben-Ezer-Heim liegt am Fuß des Karmelgebirges in einem bezaubernden Stadtteil Haifas. Dort befindet sich das Eben-Ezer-Altenheim, in dem über 30 Seniorinnen und Senioren leben, Menschen, die als Juden an Jesus glauben. Früher nannte man sie »Judenchristen«. Sie selber nennen sich, der hebräischen Sprache folgend, »messianische Juden«.
Sie sind als Juden und Israeli fest in ihrem Volk, ihrem Land und seiner Kultur verankert. Doch als Christen gehören sie auch zu uns, zur Christenheit. Zahlreiche Holocaust-Überlebende haben seit der Gründung im Jahr 1976 in diesem Heim gelebt. Einige sehr betagte Bewohner tragen noch Narben aus jener Zeit. Sima spricht russisch und hebräisch, aber auch deutsch. In der Ukraine aufgewachsen, hat sie die deutsche Sprache in den Lagern gelernt bzw. lernen müssen.
Neu im Heim ist Axel. 1939 ist er, um sein Leben zu retten, von Wien nach Bolivien ausgewandert und zog von dort nach Chile. Auch er wanderte irgendwann nach Israel ein. Er erzählt – immer noch mit wienerischem Akzent – aus dramatischen politisch bewegten Zeiten Lateinamerikas, die er miterlebt hat. Eigentlich ein Hüne von Mann, aber er wagt sich nur mit Mühe und mit Hilfe seines Rollators aus seinem Zimmer.
Henny ist eine holländische Jüdin. Sie kann nur selten vom Bett aufstehen, hat aber meist die Tür zum Flur offen und ist mit ihrer fröhlichen Art so immer in Verbindung mit dem quirligen Leben im Haus.
Seit der Gründung des Staates Israel 1948 leben – mit wachsendem Trend – heute etwa 4 000 messianische Juden in über 80 Gemeinden oder Gruppen im Land (weit über 100 000 in der Welt). Mit dem Altenheim Eben-Ezer ist ihren alt gewordenen Geschwistern ein Refugium geschaffen worden. Hier können sie ihre Gemeinschaft aus ihrem Glauben heraus gestalten. Dazu gehören die täglichen Andachten und der spürbare christliche Geist. Das Personal hat einen hohen fachlichen Standard und besteht mittlerweile ganz aus Einheimischen. Bemerkenswert ist, dass neben den meist jüdischen Bewohnern auch einige christliche Araber im Heim leben. Sogar der Leiter ist ein arabischer Christ.

Bei der Gründung 1976 spielte neben anderen ausländischen Organisationen auch der »Förderkreis Eben-Ezer-Heim Haifa in Essen, e.V.« eine Rolle. Die Essener Pastorin Aenne Kaufmann hat ihn in den 70er Jahren gegründet und besonders in der Rellinghauser Gemeinde verankert. Seit den 80er Jahren leitet ihn Pfr. Ulrich Laepple. Dieser Förderkreis unterstützt das Heim nicht nur finanziell, sondern führt auch Seminare zu theologischen Themen und zum Judentum durch. Über 200 Personen, in der Mehrzahl Essener, gehören ihm an und unterstützen – zusammen mit Kollekten von Gemeinden – diese Arbeit. Dankbar sind wir, dass die Rellinghauser Gemeinde dazu gehört.

Warum braucht dieses Heim in Haifa solche finanzielle Unterstützung? Weil es neben der z.T. kargen Altersversorgung der Bewohner nur von Spenden lebt. Denn als messianisch-jüdisches Heim bekommt es keine öffentlichen Mittel. Aber dieses Heim ist nötig, weil diese Glaubensgeschwister eine Minderheit im Land sind, nicht selten eine infrage gestellte, ja verachtete und von religiös orthodoxen Kreisen auch bekämpfte Minderheit.

Ich bitte in ihrem Namen die Rellinghauser Gemeindeglieder herzlich weiter um Unterstützung.
Pfr. Ulrich Laepple, Berlin
Quelle: Gemeindebrief September-November 2011