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Guten Morgen, heute ist der 17. 11. 2019

Ade, lieber Gotthard


Bitte vormerken: Die Verabschiedung von Pfarrer Dr. Gotthard Oblau findet am 10.November 2019 statt.


Gotthard Oblau war lange schon bei uns in der Gemeinde aktiv, ehe er am 1. Juli 2006 als Nachfolger von Martin Quaas in die zweite Pfarrstelle eingeführt wurde. Bereits am 1. April 1998 stellte er sich der Gemeinde als Vikar im Ehrenamt vor, was nichts anderes bedeutete, als dass er nach seinem Auslandsaufenthalt im Schuldienst nun auf freiwilliger Basis die Qualifikation für den Pfarrdienst der Rheinischen Kirche zu erwerben suchte. Parallel dazu arbeitete er weiter in Projekten der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) wie auch als Chefredakteur der Zeitschrift „Unterwegs“. Es brauchte nicht lange, bis unsere Kantorin, Frau Rosenboom, eines seiner besonderen Talente wahrnahm, und nicht lockerließ, bis er ihrem Werben – weit vor der Wahl auf die Pfarrstelle – nachgab und sich im Jahr 2001 der Gemeindekantorei anschloss. Seine Ordination wie auch die Tätigkeit im Pfarrdienst zur Anstellung in Rellinghausen folgte. Eigentlich war er längst da, als er zum Pfarrer der Gemeinde berufen wurde.


Heute gehört ihm unser Dank für seine Gottesdienste mit seinen sorgfältig erarbeiteten, oftmals überraschend Neues hervorbringenden Predigten und für seine vielseitige Arbeit an der Bibel mit der Gemeinde. „Oblaus Predigtworkshop“ ist nur einer der sprechenden Titel dafür. Unvergessen werden seine Verspredigten an Heiligabend bleiben. Es sind aber auch die ökumenischen Bibelseminare und die kursorische Lektüre biblischer Texte in der Passionszeit zu nennen, die regelmäßig mit einer Andacht und Segen in der Kirche abgeschlossen wurden.


Pfarrer Oblau war auch über die gesamte Zeit an der Arbeit mit unseren Jugendlichen im Konfi-Treff beteiligt, wie auch über viele Jahre an der Erstellung des Gemeindebriefes. Immer gab es bei ihm Kontakte und Verbindungen zu Christinnen und Christen in der ganzen Welt. Das hat uns den Horizont geweitet und uns teilnehmen lassen an der von China bis nach Afrika reichenden weltweiten Gemeinde Jesu Christi. Es hat uns spüren lassen, welche Freude am Evangelium von diesen oftmals als „fremdsprachige Gemeinden“ betrachteten Schwestern und Brüdern unter uns gelebt wird.


Ein Jahr übernahm er für mich während der Vorbereitungen auf die Kulturhauptstadt im Jahr 2008 die Aufgaben einer vollen Stelle in der Gemeinde. Sonst war es immer "eine halbe von einer ganzen", wobei allein diese Formulierung zeigt, wie schwer es ist, dies anderen klar zu machen. Doch er hat souverän und großzügig das richtige Maß gefunden, ohne uns diese Einschränkungen ständig spüren zu lassen.


Als Kollege in all den Jahren danke ich ihm von ganzem Herzen für seine solidarische, direkte und ehrliche Begleitung meiner Arbeit. Für das hilfsbereite und verlässliche Zusammenwirken unter uns Pfarrern wie im Presbyterium während der gesamten Zeit.
Ihm, seiner Frau und seiner Familie von Herzen die besten Segenswünsche für die kommenden Jahre und einen gelungenen Übergang in die neue Lebensphase als Pfarrer im Ruhestand.


Ein herzliches „a.D.“, lieber Gotthard, „adieu“, bleib Gott befohlen.


Für das Presbyterium wie auch persönlich von mir
Andreas Volke

Abschied von Gotthard Oblau

15 Fragen an Gotthard Oblau


Ein letztes Mal muss uns Gotthard Oblau Rede und Antwort stehen. Kurze Fragen – kurze Antworten. Sich kurz zu halten, so sagte er, ist für Pfarrer eine besonders schwere Aufgabe. Und dann noch so kurz vor dem eigenen Ruhestand.

1 Was wirst du vermissen?
Den Kontakt mit vielen, vielen lieben Menschen

2 Und was wirst du nicht vermissen?
Den Termindruck und die Presbyteriumssitzungen (lacht).


3 Was meinst du, hast du als Pfarrer erreicht?

Die Frage ist nicht was, sondern wen und womit. Und das werde ich, nach menschlichem Ermessen, wohl nie erfahren.

4 Hast du lieber aus dem Alten oder dem Neuen Testament gepredigt?
Aus dem Alten. Schon deshalb, weil so selten daraus gepredigt wird.


5 Was war der schönste Moment in allen deinen Dienstjahren?

Der Kantatengottesdienst im März 2017 mit der Uraufführung eines Stücks von Karin Haußmann. Sie hat das „Kriegslied“ von Matthias Claudius vertont.

6 Als letzte Tat im Amt, kannst du eine Änderung in dieser Gemeinde vornehmen. Was wäre das?
Nächste Frage (grinst).

7 Kommen wir zu deinem Abschied: Was ist dein letzter Satz als Pfarrer an die Gemeinde?
Jesus lebt und er wird seine Kirche erhalten.

8 Du darfst dir – architektonisch – eine Kirche für deinen Abschiedsgottesdienst aussuchen. Welche wäre es?
Bauwerke waren mir immer ziemlich unwichtig. Sonst hätte ich es hier nicht so lange ausgehalten. (lacht)

9 Welches Lied wünschst du dir für den Gottesdienst?
Vertraut den neuen Wegen, 395.

10 Für was hast du jetzt endlich Zeit?
Dafür hatte ich vorher auch Zeit, ich hatte ja nur eine halbe Stelle. (grinst)

11 Gab es etwas, was du als Pfarrer nicht durftest, obwohl du gerne gewollt hättest?
Mir war verboten, es Eltern auszureden, ihre Kleinkinder taufen zu lassen.

12 Gibt es für dich nun im Ruhestand mehr Wein, oder war der Abendmahlswein sonst genug?
Im Gegensatz zu meinen katholischen Kollegen musste ich als evangelischer Pfarrer den Wein beim Abendmahl nicht austrinken.

13 Nach all den Jahren in der Kirche, wirst du nun im Ruhestand überhaupt noch klassische Musik hören?
Jetzt endlich wieder. Solange ich im Dienst war, konnte ich mir das zu Hause ja sparen.

14 Bist du lieber als Pfarrer oder als Besucher im Gottesdienst?
Als Pfarrer.

15 Wird es dann noch Gastauftritte als Pfarrer geben?
Für das erste Jahr habe ich mir ein Moratorium auferlegt, jedenfalls was die Rellinghauser Gemeinde angeht.

Auszüge aus einem Interview mit Gotthard Oblau
und René Gorny vom 30.07.2019.