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Guten Abend, heute ist der 10. 04. 2020

Ade, lieber Gotthard

Gotthard Oblau war lange schon bei uns in der Gemeinde aktiv, ehe er am 1. Juli 2006 als Nachfolger von Martin Quaas in die zweite Pfarrstelle eingeführt wurde. Bereits am 1. April 1998 stellte er sich der Gemeinde als Vikar im Ehrenamt vor, was nichts anderes bedeutete, als dass er nach seinem Auslandsaufenthalt im Schuldienst nun auf freiwilliger Basis die Qualifikation für den Pfarrdienst der Rheinischen Kirche zu erwerben suchte. Parallel dazu arbeitete er weiter in Projekten der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) wie auch als Chefredakteur der Zeitschrift „Unterwegs“. Es brauchte nicht lange, bis unsere Kantorin, Frau Rosenboom, eines seiner besonderen Talente wahrnahm, und nicht lockerließ, bis er ihrem Werben – weit vor der Wahl auf die Pfarrstelle – nachgab und sich im Jahr 2001 der Gemeindekantorei anschloss. Seine Ordination wie auch die Tätigkeit im Pfarrdienst zur Anstellung in Rellinghausen folgte. Eigentlich war er längst da, als er zum Pfarrer der Gemeinde berufen wurde.


Heute gehört ihm unser Dank für seine Gottesdienste mit seinen sorgfältig erarbeiteten, oftmals überraschend Neues hervorbringenden Predigten und für seine vielseitige Arbeit an der Bibel mit der Gemeinde. „Oblaus Predigtworkshop“ ist nur einer der sprechenden Titel dafür. Unvergessen werden seine Verspredigten an Heiligabend bleiben. Es sind aber auch die ökumenischen Bibelseminare und die kursorische Lektüre biblischer Texte in der Passionszeit zu nennen, die regelmäßig mit einer Andacht und Segen in der Kirche abgeschlossen wurden.


Pfarrer Oblau war auch über die gesamte Zeit an der Arbeit mit unseren Jugendlichen im Konfi-Treff beteiligt, wie auch über viele Jahre an der Erstellung des Gemeindebriefes. Immer gab es bei ihm Kontakte und Verbindungen zu Christinnen und Christen in der ganzen Welt. Das hat uns den Horizont geweitet und uns teilnehmen lassen an der von China bis nach Afrika reichenden weltweiten Gemeinde Jesu Christi. Es hat uns spüren lassen, welche Freude am Evangelium von diesen oftmals als „fremdsprachige Gemeinden“ betrachteten Schwestern und Brüdern unter uns gelebt wird.


Ein Jahr übernahm er für mich während der Vorbereitungen auf die Kulturhauptstadt im Jahr 2008 die Aufgaben einer vollen Stelle in der Gemeinde. Sonst war es immer "eine halbe von einer ganzen", wobei allein diese Formulierung zeigt, wie schwer es ist, dies anderen klar zu machen. Doch er hat souverän und großzügig das richtige Maß gefunden, ohne uns diese Einschränkungen ständig spüren zu lassen.


Als Kollege in all den Jahren danke ich ihm von ganzem Herzen für seine solidarische, direkte und ehrliche Begleitung meiner Arbeit. Für das hilfsbereite und verlässliche Zusammenwirken unter uns Pfarrern wie im Presbyterium während der gesamten Zeit.
Ihm, seiner Frau und seiner Familie von Herzen die besten Segenswünsche für die kommenden Jahre und einen gelungenen Übergang in die neue Lebensphase als Pfarrer im Ruhestand.


Ein herzliches „a.D.“, lieber Gotthard, „adieu“, bleib Gott befohlen.


Für das Presbyterium wie auch persönlich von mir
Andreas Volke