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Guten Morgen, heute ist der 23. 09. 2018
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Zusammenklingen im großen Orchester Gottes

© Ch.Maderthoner /pixelio.de
© Ch.Maderthoner /pixelio.de

„Eins sein“ ist wunderbar. Wo Einheit ist, werden erstaunliche Dinge möglich: in der Familie, in der Gesellschaft,im Sport.


Wo Menschen Dinge gemeinsam wollen, gemeinsam anpacken, werden Dinge möglich, die wir vorher für unmöglich hielten.


Wo Christinnen und Christen, egal welcher Konfession, eins sind, können Dinge geschehen, die Menschen zum Staunen und auch zum Klingen bringen.

„Wenn zwei unter euch einig (eins) werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel“ (Matthäus 18,19)

Jesus sagt das. Wo Luther hier ursprünglich „eins werden“ übersetzt, steht im Griechischen „symphoneín“. Wir kennen das Wort „Symphonie“ aus der Musik. Eine Symphonie ist ein großes mehrsätziges Instrumentaltonwerk, in dem ein ganzes Orchester mit vielen verschiedenen Stimmen zusammenklingt. In der Sprache der Bibel ist eine „Symphonie“ der Inbegriff des „Einsseins“. Was für ein wunderbares Bild.


„Eins sein“ heißt eben nicht „gleich sein“. Beim Bild von der Symphonie leuchtet uns das sofort ein. Geigen und Klarinetten sind keineswegs „gleich“ und klingen auch nicht gleich. Kontrabässe und Hörner klingen ebenfalls sehr verschieden. Aber in einem gemeinsamen Werk, in einer gemeinsamen Symphonie werden sie miteinander eins. Selbst wenn sie verschiedene Melodien spielen, gelingt ein wunderbarer Zusammenklang.


Gott sucht bei uns nicht einen überall gleichen Klang. Er kommt nicht zu jeder Zeit, in jeder Kultur in der gleichen Weise zu Wort. Es gibt viel von anderen Konfessionen und ihren Traditionen zu lernen. Aber es kommt nicht darauf an, so zu werden wie sie. Viel wichtiger ist es, zu erkennen:


Wer sind wir eigentlich? Welche Traditionen, welche Prägungen bringen wir bereichernd in unsere gemeinsamen Gottesdienste und in unser gemeinsames Tun ein?


Im Bild vom Symphonieorchester und in Anlehnung an eine bekannte rabbinische Geschichte wird Gott uns am Ende der Zeit nicht fragen: Warum bist du keine Trompete gewesen, sondern nur eine Geige? Er wird uns nicht fragen: Warum bist du ein Cello gewesen, und kein Kontrabass? Er wird uns vielmehr fragen: willst du deine Gaben, als Geige, als Cello, nicht einbringen in den Zusammenklang des großen Orchesters Gottes?


Jeder hat seine Stimme, seinen Ton, seine Klangfarbe. Wenn die vielfältigen Instrumente zusammenklingen, wird das Anliegen des Komponisten, der diese Welt erschaffen hat, hörbar und zu einem wunderbaren Konzert.


Dann wird auch vieles möglich. Davon erzählen die Evangelien: Von dem Menschen Jesus, der wie kein anderer eins mit Gott war. Wo er war, da wurde den Menschen das Herz leicht. Wo er war, entdeckten sie: Wir sind Gegenüber Gottes. Wir sind Gottes geliebte Söhne und Töchter.


Wo er war, spürten sie: Gott begleitet uns jeden Tag auf unserem unübersichtlichen Weg durch das Leben - weil er uns liebt. Wo er war, wurden Wunder möglich.
„Ihr könnt es auch tun“, sagt Jesus. „Ihr könnt für andere da sein, jeder für sich und alle gemeinsam. Ihr könnt einen Beitrag leisten für eine gerechtere, friedlichere, solidarische Welt“, damit die gute Botschaft von der Liebe Gottes zum Klingen kommt. Und: Wer weiß? Wenn diese Botschaft in der Welt zum Klingen kommt, dann mag das eine Wirkung haben, die unter Umständen auch andere Religionen und Kulturen anspricht und einlädt zum Zusammenklingen.


Auch hier gilt sicherlich, dass nicht alle das Gleiche tun, nicht alle dieselbe Melodie spielen, sondern alle bringen ihren Klang ein in das alle Menschen umfassende
Orchester.


So klingen die einzelnen Begabungen und Fähigkeiten zusammen. Es kommt nicht darauf an, dass alle das Gleiche spielen, sondern dass wir zusammenspielen. Es kommt nicht darauf an, dass wir alle gleich sind, sondern dass wir eins werden in unserer Leidenschaft für diese Welt. Die Symphonie aller Menschen steht für die Begegnung untereinander und möge in die Welt hineinklingen.


Es wünscht Ihnen eine gute Zeit
Ihr Ullrich Müller,
Stiftspfarrer im Augustinum