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Guten Morgen, heute ist der 24. 01. 2021
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Andacht In diesem Jahr verbringen wir alle die Adventszeit in sehr gedämpfter Vorfreude. Sicher, die Vorbereitung auf Weihnachten war immer auch mit Hektik verbunden, die Begegnungen mit der Familie manchmal ambivalent. Aber in diesem Jahr ist es nochmal anders. Kein anderes Fest kennt so viele Traditionen und Rituale und ist mit so vielen emotionalen Erinnerungen und Erlebnissen verbunden – was können wir davon retten und bewahren, wenn es an fast allem fehlt, das uns lieb und wert ist?

Ich rufe die Hoffnung in Erinnerung, die der Kern unserer weihnachtlichen Botschaft ist.

Und da erscheint der große Gott im kleinen Kind, von ihm kommt das Heil in unsere Welt. Als Zeichen seiner Liebe ist Gott in diese Welt und unsere Wirklichkeit gekommen, zerbrechlich und gefährdet wie wir und doch von solcher Kraft, dass sogar der Tod seine endgültige Macht verloren hat. Und weil das so ist, berührt uns, was damals geschah, denn was erzählt wird, passt zu unserem eigenen Leben.

Ein außerordentliches Symbol dieser Hoffnung ist der sogenannte „Scherbenengel“. Er wurde vor etwa 20 Jahren zum ersten Mal in Bethlehem zusammengesetzt. Jugendliche hatten die Idee, die Scherben von Flaschen und Glassplittern zerstörter Fenster von Gebäuden zu sammeln und in der Kunstwerkstatt des Internationalen Zentrums von Bethlehem solche Engel herzustellen.

Scherben überhaupt sind nicht nur ein Symbol für die materielle Zerstörung, sondern auch ein Symbol für das, was in unserem eigenen Leben zerbrochen ist: die Hoffnungen, die Beziehungen, die Pläne, die Träume. Manchmal stehen wir vor einem Scherbenhaufen und wissen, es wird nie wieder ganz werden. Wir versuchen die Scherben zusammen zu kehren, Zerbrochenes wieder zu kitten, doch die Risse bleiben.

Dieser Scherbenengel erinnert mich daran, dass Gott weiß, was in meinem Leben heil und was zerbrochen ist, was gelungen und was zerstört ist und sie zeigen symbolisch, wie Gott neu zusammensetzen kann, wofür ich noch keine Form habe. Denn in den Scherbenengeln wird nicht einfach wiederhergestellt, was einmal war und nun nicht mehr ist, sondern in einer neuen Form zusammengesetzt, die durchscheinend ist und der Welt neue Farben gibt.

Es liegt nicht in menschlichem Vermögen, auf dieser Erde, in diesem kleinen Leben, etwas zu erreichen, das unerschütterlich Bestand auf ewig hätte. Und wahrer innerer Frieden begründet sich nur, wenn auch die Scherben einen Platz bekommen, Teil meines Lebens sein dürfen.

So künden diese Scherbenengel auf ihre Weise von der Botschaft des Weihnachtsfestes und sie sind ein Teil dieser Botschaft, mit der Gott uns erfüllt. Wir vertrauen dem Kind, Gott selbst, uns; wir schöpfen Hoffnung durch das Kind, mit Gott, für unser Leben. Mögen Sie das erfahren und möge das Licht von Weihnachten durch die Scherben hindurch scheinen in Ihr Leben im kommenden Jahr.

Gesegnete Weihnachten,

Ihr Pfarrer Markus Söffge