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Guten Morgen, heute ist der 24. 01. 2019
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Suche Frieden und jage ihm nach! (Psalm 34, Vers 15)

Gegen Krieg sind fast alle. Für Frieden ist jeder. Und so wären wir uns über die Jahreslosung 2019 schnell einig. Wir könnten sie uns als Kalenderbild an die Wand hängen, wahlweise mit Adventskerze oder Sonne-Wolken-Motiv stimmungsvoll illustriert. Hundert Prozent Zustimmung!

Aber Frieden ist mehr als nur Ansichtssache. Sonntagsreden reichen nicht. Suche Frieden!

Das ist ein Praxisprojekt. Es geht um Taten und konkrete Schritte, um eine komplette Lebenshaltung: Trachte nach Frieden und geh ihm nach! Müh dich drum und lass nicht locker! Aber wie soll das gehen?

Wenn ich die Jahreslosung im Zusammenhang lese und mir den kompletten Psalm anschaue, dann fallen mir zwei Sachen ins Auge: zwei Tipps zur Friedenssuche.

Der erste Tipp ist handfest und konkret:

Bewahre deine Zunge vor Bösem, deine Lippen vor falschen Worten (Vers 14). Krieg oder Frieden, das entscheidet sich früh, schon mit den Worten, die ich benutze, mit meinem Reden über andere. Asyltouristen, Messermigranten, No-Go-Areas. Worte können Respekt verweigern, entwürdigen, pauschal verurteilen. Kein Bürgerkrieg fällt vom Himmel. Er bahnt sich in der Sprache an.

Wie rede ich über meine Lehrerinnen, die Politiker? Und über meinen Nachbarn, der mit SUV und Pick-Up immer so ausladend viel Parkraum beansprucht? In den Zeiten von Twitter und Facebook hat das alles ganz neue Aktualität und Dringlichkeit gewonnen.

Eins der zehn Gebote sagt: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten!

Martin Luther hat zu diesem Gebot erklärt: „Wir sollen … unsern Nächsten nicht … verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren“. Dazu gehört auch: Widerspruch einlegen, wenn andere mal wieder lästern.

Klar, manchmal gehört eine Portion Mut dazu. Aber genau das ist Friedensarbeit im Alltag, basisdemokratisch und präventiv.

Tipp Zwei ist radikaler und von spiritueller Tiefe:

Reiche müssen darben und hungern; aber denen, die Gott suchen, wird es an nichts mangeln (Vers 11). Das erinnert an den anderen Psalm, den viele noch kennen (Psalm 21): Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Nichts! Da lebt es sich angstfrei, üppig und großzügig. Mein Chef ganz oben wird für mich sorgen. Der weiß, was ich brauche, und wird darauf sehen, dass ich zu meinem Recht komme.

Gewaltbereitschaft speist sich aus der Angst, zu kurz zu kommen. Im Krieg sieht sich jede Seite als Opfer der anderen. Dagegen immunisiert der Glaube – jedenfalls so, wie die Bibel davon spricht: als Schule der Gelassenheit, als Einübung in ein wunderbares Urvertrauen.

Wenn in jeder Stadt, in jedem Land eine erhebliche Zahl von Menschen so drauf ist, dann ist mir um den Frieden nicht bange.

Gesegnete Weihnachten und ein Friedensjahr 2019

 wünscht Ihnen Pfarrer Gotthard Oblau