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Guten Morgen, heute ist der 17. 11. 2019
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Jeder ist nur ein Glied in der Kette


Dreizehn Jahre. Mehr waren es nicht. Länger hat meine Zeit als Pfarrer in Rellinghausen nicht gedauert.


Im Treppenhaus unseres alten Gemeindehauses hingen die Porträtfotos all der vielen Vorgänger im Amt, vom Beginn der Fotografie an bis zu Ulrich Laepple und Martin Quaas, eingefasst in einen großen Rahmen an der Wand.


Für mich eine ständige Erinnerung, dass mit mir die Kirchengemeinde nicht begonnen hat. Und dass sie mit mir nicht enden wird. Gott sei Dank! Unten im Rahmen gab es noch zwei leere Felder. Frei gehalten für mein Porträt und das von Kollege Volke – für die Zeit, wenn wir beide Geschichte sind.


Dreizehn Jahre. Ein Wimpernschlag in der Geschichte unserer Gemeinde, deren Anfänge bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Wie kurz ist dagegen selbst ein ganzes Menschenleben!


Wer eine Kirche betritt, der spürt: Generationen sind hier ein und aus gegangen. Hier haben sie Gott die Ehre gegeben. Hier sind ihre Lieder erklungen, Gebete aufgestiegen, die dankbaren und die verzweifelten. Wie eine unsichtbare Patina haben sie sich an Wände und Säulen gelegt.


In der Bibel, im Epheserbrief, gibt es einen Segensspruch und der holt ganz weit aus:

Ihm – Gott – sei die Ehre in der Kirche und in Christus Jesus durch alle Generationen dieser Weltzeit hindurch bis in alle Ewigkeit.Epheserbrief Kapitel 3, Vers 21

Zweitausend Jahre ist dieses Bekenntnis alt, und seither hat es sich durchgehend bewahrheitet. Auch in Zukunft wird Kirche nicht aufhören. Irgendwelche Leute werden Gott immer die Ehre geben, überall, irgendwie.

Das macht mich bescheiden. Ich bin ein Glied in einer langen Kette. Vor mir und nach mir: unübersehbar viele. Mit ihren je eigenen Erfahrungen und Glaubensweisen. Mit ihren Aspirationen und Ängsten. Das relativiert vieles.

Gleichzeitig wertet es mich auf, zusammen mit meiner ganzen Generation: Wir sind gewürdigt als Bindeglied. Ohne uns würde etwas fehlen, die Kette vielleicht sogar reißen. Und außerdem geht es ja nicht um eine Familienfirma oder einen Erbhof, sondern um Größeres:die Ehre Gottes, die ganze Weltzeit. Und da mischen wir mit!

Wir vergessen das so leicht. Im täglichen Kleinkram geht es unter. Doch gerade heute kommt alles darauf an, dass es verstanden wird: Wir leben in einer Kette von Generationen. Wir leben hier als Gäste, als Treuhänder nur. Die Erde: geschenkt von Gott, ererbt von den Eltern, geliehen von den Kindern.

Wer es nicht in der Kirche hören will, der kann es sich – ganz säkular – auch von den Schülern sagen lassen, jeden Freitag, auf Straßen und Plätzen.Bis wir es nicht nur glauben, sondern endlich auch danach handeln.


Mit herzlichem Gruß

Ihr Pfarrer Gotthard Oblau

Jetzt werden die Tage wieder kürzer

© Fleming-Design / pixelio.de
© Fleming-Design / pixelio.de

Im Sommer erfreue ich mich besonders an den langen Ta­gen. Da ist es schon hell, wenn ich früh aufstehen muss.

In der Dunkelheit fällt es mir irgendwie schwerer, die Müdigkeit zu überwinden. Ab dem 22. bis 24. Juni wer­den die Tage schon wieder kürzer und ich muss recht bald wieder im Dunkeln aufstehen.

In diese Zeit der Sommer­sonnenwende fällt der Johannistag am 24. Juni, der auch Sommerweihnacht genannt wird. Ein Gedenktag zu Ehren Johannes des Täufers. Er übernimmt quasi den Gegenpart zur feierlichen Wintersonnenwende am 25. Dezember, wenn wir die Geburt Jesu Christi feiern. Die Sommerson­nenwende wurde bereits in vorchristlicher Zeit mit allerlei Bräuchen begangen. Im Zuge einer allgemeinen Christia­nisierung konnten sie nicht ausgemerzt werden.

Anlässlich dieses Tages gibt es in Europa manches „Jo­hannisfeuer“. Einige vermuten, der schwächer werdende "Feuerball" am Himmel, die Sonne, sollte in dieser Zeit durch Feuer auf Erden Verstärkung bekommen. Die Da­tierung des Geburtstags des Johannes hat er sich selbst zu „verdanken“, da von ihm folgender Vers überliefert ist:

„Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“

(Johannes 3, 30)

So sagt er von Jesus.

Die Logik dahinter besagt demnach, dass das Licht mitten im Sommer abnimmt, um dann wieder in der Finsternis als das Licht zu erscheinen und die Tage wieder heller werden zu lassen.

Es ist doch gut zu wissen, dass ich in aller Dunkelheit letztlich getragen bin von diesem Licht, welches die Fins­ternis nicht ergreifen kann (Johannes 1).

Bei den kürzer werdenden Tagen darf ich gewiss sein, dass gerade auf dem Höhepunkt der Dunkelheit sich Gottes Licht sehen lässt.

Auch in den Dunkelheiten meines Lebens darf ich daran festhalten, dass es ein Licht gibt, das mein Leben erhellt. Dass da ein Licht ist, das Wärme schenkt, selbst wenn ich manchmal lieber im Dunkeln bleibe. Wärme bringt dieses Licht, vor allem, wenn ich mich öffnen kann für die Men­schen um mich herum. Da scheint es wieder ganz hell zu werden, wenn ich mich öffne und dann einfach dabei bin. Nicht nur bei den Menschen in der Familie und den Freun­den, sondern auch in der Gemeinde…

Johannes macht Werbung für Jesus, weil dieser als die Liebe Gottes in die Welt kommt und sein Licht aller Welt schenkt. Alle sollen dazugehören. Gottes liebevoller Blick gilt auch mir. Was für ein heller Gedanke, der sogar meine Müdigkeit überwindet.

Es wünscht Ihnen eine gute Zeit

Ihr Ullrich Müller,

Stiftspfarrer im Augustinum