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Guten Tag, heute ist der 18. 07. 2019
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Jetzt werden die Tage wieder kürzer

© Fleming-Design / pixelio.de
© Fleming-Design / pixelio.de

Im Sommer erfreue ich mich besonders an den langen Ta­gen. Da ist es schon hell, wenn ich früh aufstehen muss.

In der Dunkelheit fällt es mir irgendwie schwerer, die Müdigkeit zu überwinden. Ab dem 22. bis 24. Juni wer­den die Tage schon wieder kürzer und ich muss recht bald wieder im Dunkeln aufstehen.

In diese Zeit der Sommer­sonnenwende fällt der Johannistag am 24. Juni, der auch Sommerweihnacht genannt wird. Ein Gedenktag zu Ehren Johannes des Täufers. Er übernimmt quasi den Gegenpart zur feierlichen Wintersonnenwende am 25. Dezember, wenn wir die Geburt Jesu Christi feiern. Die Sommerson­nenwende wurde bereits in vorchristlicher Zeit mit allerlei Bräuchen begangen. Im Zuge einer allgemeinen Christia­nisierung konnten sie nicht ausgemerzt werden.

Anlässlich dieses Tages gibt es in Europa manches „Jo­hannisfeuer“. Einige vermuten, der schwächer werdende "Feuerball" am Himmel, die Sonne, sollte in dieser Zeit durch Feuer auf Erden Verstärkung bekommen. Die Da­tierung des Geburtstags des Johannes hat er sich selbst zu „verdanken“, da von ihm folgender Vers überliefert ist:

„Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“

(Johannes 3, 30)

So sagt er von Jesus.

Die Logik dahinter besagt demnach, dass das Licht mitten im Sommer abnimmt, um dann wieder in der Finsternis als das Licht zu erscheinen und die Tage wieder heller werden zu lassen.

Es ist doch gut zu wissen, dass ich in aller Dunkelheit letztlich getragen bin von diesem Licht, welches die Fins­ternis nicht ergreifen kann (Johannes 1).

Bei den kürzer werdenden Tagen darf ich gewiss sein, dass gerade auf dem Höhepunkt der Dunkelheit sich Gottes Licht sehen lässt.

Auch in den Dunkelheiten meines Lebens darf ich daran festhalten, dass es ein Licht gibt, das mein Leben erhellt. Dass da ein Licht ist, das Wärme schenkt, selbst wenn ich manchmal lieber im Dunkeln bleibe. Wärme bringt dieses Licht, vor allem, wenn ich mich öffnen kann für die Men­schen um mich herum. Da scheint es wieder ganz hell zu werden, wenn ich mich öffne und dann einfach dabei bin. Nicht nur bei den Menschen in der Familie und den Freun­den, sondern auch in der Gemeinde…

Johannes macht Werbung für Jesus, weil dieser als die Liebe Gottes in die Welt kommt und sein Licht aller Welt schenkt. Alle sollen dazugehören. Gottes liebevoller Blick gilt auch mir. Was für ein heller Gedanke, der sogar meine Müdigkeit überwindet.

Es wünscht Ihnen eine gute Zeit

Ihr Ullrich Müller,

Stiftspfarrer im Augustinum